Vor Kurzem standen meine Frau und ich beim Frühlingstreffen des Citizen Circle vor rund 100 Menschen, die sich bewusst für ein ortsunabhängiges Leben und Arbeiten entschieden haben. Ein Umfeld, das Freiheit sucht und gleichzeitig täglich mit Unsicherheit umgehen muss.
Der Titel unserer Keynote war mit Bedacht gewählt:
„Zwischen Denken und Machen – Wie Anfängergeist und Pragmatismus Freiheit schaffen“
Denken und Machen sind eins
Wir haben zwei Perspektiven zusammengebracht, die wir selbst in sehr unterschiedlichen Kontexten erlebt haben. In Japan begegnet dir mit Shoshin eine Haltung, die dich bewusst in den Zustand des Nicht-Wissens führt. Du bleibst offen, stellst Fragen und lässt Dinge neu entstehen. In Indien erlebst du mit Jugaad hingegen eine fast radikale Form von Pragmatismus. Du handelst mit dem, was vorhanden ist, und wartest nicht auf perfekte Bedingungen.
Ein Raum, den viele nicht betreten
Was viele nicht aussprechen: Die meisten Menschen entscheiden sich unbewusst für eine der beiden Seiten. Entweder sie denken zu lange nach, analysieren und reflektieren, aber kommen nicht ins Handeln. Oder sie handeln schnell und viel, bleiben dabei aber in ihren bestehenden Denkmustern gefangen. Die eigentliche Chance liegt jedoch genau dazwischen.
Wenn du es schaffst, beide Seiten gleichzeitig zu halten, entsteht etwas Neues.
Du denkst offen UND handelst konsequent.
Du hinterfragst UND setzt um.
Du bleibst lernend UND wirst wirksam.
In diesen Spannungsfeldern entsteht Handlungsfreiheit. Dies haben wir im Workshop greifbar gemacht. Unsere Leitfrage war:
„Was würde sich in deinem Business verändern, wenn du mit mehr Anfängergeist und Pragmatismus handeln würdest?”
Gemeinsame Ideen im Raum
Und dann ist etwas passiert, das ich immer wieder beobachte und das mich trotzdem jedes Mal aufs Neue beeindruckt. Die besten Ideen kamen nämlich nicht von uns. Sie kamen aus dem Raum. Sie waren klarer, mutiger und näher an der Realität der Teilnehmenden.
Die spannendste Erkenntnis aus dem Workshop war:
Du brauchst nicht die beste Idee im Raum. Du brauchst den Raum, in dem bessere Ideen entstehen können.
Gerade wenn du ortsunabhängig arbeitest, bist du ständig mit Ambiguität konfrontiert. Unterschiedliche Kulturen, Märkte und Erwartungen. Es gibt selten die eine richtige Antwort. Was du brauchst, ist die Fähigkeit, mit diesen Spannungen produktiv umzugehen.
Zwischen Gegensätzen navigieren zu können, ist ein Wettbewerbsvorteil. Und genau darum geht es bei Untold Colors: unterschiedliche Perspektiven bewusst zu verbinden. Auch dann, wenn sie sich widersprechen.
Danke an das Citizen Circle Team
Ein großes Dankeschön geht an das Team vom Citizen Circle für die Einladung und die Rahmenbedingungen. Und danke an alle, die sich auf den Workshop eingelassen haben. Mit Offenheit, Ehrlichkeit und dem Mut, Dinge neu zu denken. Die starken Fotos hat Tobias Ortegel gemacht.
Wir werden diese Keynote und den Workshop künftig auch für Unternehmen öffnen. Für Teams, die lernen wollen, in komplexen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Wenn du interessiert bist, melde dich gerne.
Du kannst auch direkt bei dir selbst starten. Was würdest du heute anders machen, wenn du mit Anfängergeist beginnst und gleichzeitig pragmatisch vorgehst?